Waterjet · Wasserstrahl · Weichmaterialien

Schaumstoff, Gummi, Dichtungen. Waterjet ohne Hitze und ohne Abrasiv.

Beim Wasserstrahl denkt fast jeder sofort an Metall, Stein und Glas — Weichmaterialien fallen aus dem Blick, obwohl die Technologie genau dort oft am sinnvollsten ist. Sauberer Schnitt, kaltes Verfahren, schmale Schnittfuge. Deutlich günstiger.

Waterjet Schneiden razrez.net
2.500–4.000
bar Arbeitsdruck
0,15–0,25
mm Schnittfugenbreite (Kerf)
Mach 2–3
Strahlgeschwindigkeit an der Düse
0
Wärmeeinflusszone
01 — Reiner Wasserstrahl, ohne Abrasiv

Weichmaterialien werden mit reinem Wasserstrahl geschnitten. Das Wasser allein erledigt die Arbeit.

Ohne Granat. Das ist nicht nur ein technisches Detail — es hat drei konkrete Folgen.

↓ Kosten

Geringere Betriebskosten

Abrasiv ist bei harten Materialien der wichtigste Verbrauchsstoff. Bei Weichmaterialien entfällt er — weniger Verschleiß am Schneidkopf und keine Probleme mit der Entsorgung des verbrauchten Granats.

→ 0,15–0,20 mm

Schmalerer Schnitt

Die Schnittfuge bestimmt ausschließlich die Düsenöffnung, nicht das Mischrohr. Deutlich schmaler als beim Abrasivschnitt — engeres Schachteln der Teile und weniger Verschnitt, was bei teuren Materialien nicht zu vernachlässigen ist.

✓ steril

Keine Kontamination

Da keine Feststoffpartikel ins Material eingebracht werden, eignet sich das Verfahren auch für Lebensmittel- und Medizinanwendungen, bei denen es steril bleiben muss.

02 — Kaltes Verfahren

Waterjet. Der Hauptvorteil gegenüber dem Laser

Da beim Waterjet keine Hitze entsteht, gibt es keine Wärmeeinflusszone. Deshalb ist Waterjet bei Gummi und Schaumstoff dem Laser oft überlegen.

Der Laser schmilzt die Kante — man bekommt eine verkrustete, klebrige Oberfläche, bei geschlossenzelligen Materialien zusätzlich eine Strukturveränderung an der Kante. Bei einer Dichtung, deren Kante eine Funktion erfüllt, oder bei flammhemmendem Schaumstoff, bei dem Hitze die Eigenschaften verändert, ist das keine Kosmetik — es beeinflusst die Brauchbarkeit des Teils.

03 — Wissenswertes

Die Technologie ist älter, als man denkt

Der Wasserstrahl wurde zum Ausspülen von Material bereits im 19. Jahrhundert im Bergbau eingesetzt — unter anderem, um Gold aus Gestein zu lösen.

Das erste industrielle Schneiden betraf Papier: 1933 schnitt eine Fabrik in Wisconsin mit dem Wasserstrahl laufende Papierrollen. Die moderne Form des Verfahrens entstand erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Düse besteht häufig aus Saphir oder Diamant — gewöhnliches Metall würde ein solcher Druck schnell zerstören.

~4 bar Druck im Wasserhahn — zum Vergleich mit 2.500–6.000 bar Arbeitsdruck beim Waterjet.
1933 erstes industrielles Wasserstrahlschneiden — Papierrollen in Wisconsin.
Saphir / Diamant Düsenmaterial mit einem Durchmesser von wenigen Zehntelmillimetern.
04 — Realität bei den Toleranzen
±0,2–1,0 mm

realistisch, je nach Material, Dicke und Härte

Hier lohnt sich Ehrlichkeit — überzogene Erwartungen führen zu Enttäuschung. Das Material bewegt sich unter dem Wasserstrahl; je weicher es ist, desto mehr. Auf die Genauigkeit wirken außerdem der Taper (der Strahl weitet sich durch das Material leicht auf) und die Ein-/Ausstichstrategie.

Wer bei Schaumstoff niedriger Dichte maschinenbauliche ±0,05 mm erwartet, versteht nicht, wie sich das Material verhält. Das ist keine Grenze der Maschine, sondern die Physik des Weichmaterials.

05 — Wo es in der Praxis hakt

Worauf wir bei Weichmaterialien achten

01

Offenzelliger Schaumstoff niedriger Dichte ist am heikelsten. Die Kanten können ausfransen oder einreißen — abhängig von Dichte, Aufspannung und Geschwindigkeit. Immer ein Musterteil, keine Annahme aus der Tabelle.

02

Mehrschichtige Weichverbunde können auf der Austrittsseite delaminieren, besonders wenn die Schichten unterschiedlich hart sind. Wir optimieren Geschwindigkeit und Druck.

03

Fixierung dünner Materialien. Der Rückstrahl aus dem Becken kann dünnes, leichtes Material anheben. Stabile Aufspannung und die richtige Auflage sind die halbe Miete für die Wiederholgenauigkeit.

06 — Der übersehene Vorteil

Triviale Aufspannung, schneller Wechsel

Da beim Schneiden praktisch keine Seitenkräfte entstehen, ist das Aufspannen des Werkstücks trivial. Keine Verformung unter dem Werkzeug wie beim Fräsen — das Material wird einfach auf den Tisch gelegt.

Der Wechsel zwischen Materialien dauert Minuten, nicht Stunden: morgens Schaumstoff, eine halbe Stunde später Gummi, nachmittags Dichtungsmaterial — alles mit derselben Maschine, ohne Werkzeugwechsel.

Was Umsteiger vom Stanzen besonders schätzen: Der Wasserstrahl schneidet senkrecht und hält auch bei dickerem Material eine gute Rechtwinkligkeit. Beim Stanzen dicker Gummis entsteht oft eine konkave (eingezogene) Kante — beim Wasserstrahl nicht.

07 — Technologievergleich

Waterjet · Laser · Stanze

Kriterium Waterjet (rein) Laser Stanze / Schneidwerkzeug
Wärmeeinfluss an der Kante ✓ Keiner ✕ Schmilzt, versengt, verkrustet ✓ Keiner
Rüst- / Werkzeugkosten ✓ Nur eine Datei ✓ Nur eine Datei ✕ Messer für jede Form
Designänderung ✓ Trivial ✓ Trivial ✕ Neues Werkzeug
Komplexe Geometrie ✓ Ohne Aufpreis ~ Ohne Aufpreis, aber Wärmekante ✕ Durch Messerfertigung begrenzt
Gummi, flammhemmender Schaumstoff ✓✓ Ausgezeichnet ✕ Problematisch (Hitze) ~ In Ordnung, aber konkave Kante
Großserie (100.000+) derselben Form ~ Preisliche Obergrenze ~ Mittel ✓✓ Günstigster Stückpreis
Rechtwinkligkeit des Schnitts ✓✓ Sehr gut ✓ Gut ✕ Schlechter bei dickem Material
08 — Wann Waterjet nicht die richtige Wahl ist

Damit es nicht klingt, als wäre Waterjet die Antwort auf alles — ist es nicht.

Ab einigen zehntausend identischen Teilen gewinnt die Stanze bzw. das Schneidwerkzeug beim Stückpreis früher oder später. Die Werkzeugkosten verteilen sich auf die große Stückzahl und werden vernachlässigbar, die Geschwindigkeit pro Teil ist höher.

Der Wasserstrahl ist der König der Flexibilität — Prototypen, Kleinserien und häufige Designänderungen — nicht der Massenfertigung einer festen Form. Die Entscheidung ist reine Mathematik: Werkzeugkosten geteilt durch Stückzahl gegen Schnittkosten pro Teil.

09 — Was wir schneiden

Weichmaterialien, die wir bearbeiten

* genaue Dicken und Verhalten bestätigen wir mit einem Musterteil

Schaumstoff

Offen- und geschlossenzellig, flammhemmend, technischer Schaumstoff, Filter- und Dichtungsschäume.

Technischer Gummi

EPDM, NBR, Silikon, Zellgummi — als Platte und in Rollen.

Dichtungen

Dichtungsmaterialien und Flanschformen, bei denen die Kante eine Funktion erfüllt.

Isolierungen & Filz

Wärme- und Schalldämmung, technischer Filz, textile Unterlagen.

Weichverbunde

Mehrschichtige Materialien und Laminate — mit Augenmerk auf Delamination.

Ihr Material?

Nicht auf der Liste? Senden Sie uns die Spezifikation und wir fertigen ein Musterteil.

10 — So bestellen Sie

Von der Datei zum Teil

1

Datei senden

Wir akzeptieren DXF, DWG, STEP/STP, AI, PDF. Für eine Einschätzung genügt eine 2D-Kontur.

2

Preis erhalten

Der Konfigurator berechnet den Preis nach Material, Dicke und Menge.

3

Musterteil

Bei empfindlichen Materialien zuerst ein Musterteil — Sie sehen, wie sich das Material in der Praxis verhält. Tabellen sind ein Ausgangspunkt, Weichmaterialien können überraschen.

Konfigurator

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Material und Dicke wählen, Kontur hochladen und in wenigen Schritten Preis und Liefertermin erhalten — ohne Anruf.

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